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Gipfelglück – Wanderwochenende in Bad Reichenhall

Sie war von langer Hand geplant, die 3 Tagestour der Wandergruppe. Das erklärte Ziel war die Reiteralm bei Oberjettenberg. Dort wollten wir freitags mit dem letzten Lift hochfahren und montags mit dem ersten wieder runter. Hans Birner kennt sich in der dortigen Hütte bestens aus und hatte die komplette Logistik übernommen. Aber es kam dann doch ganz anders:

Einige Tage vor unserer Anreise schickte uns Hans , der schon in Bad Reichenhall war und Informationen aus erster Hand hatte, die Nachricht: auf der Reiteralm liegt noch über 1 m Schnee und an Wandern ist dort nicht zu denken. Es folgte eine wilde Rumtelefoniererei, die angebotene Alternative, dort oben mit Schneeschuhen zu wandern (Mitte Juni!!), hatte keine Chance. Deshalb wurde auf die schnelle für die angemeldeten Wanderer eine andere Unterkunft gesucht. Und so landeten wir ab Freitag dann alle im Mauthäusl.

Salzburger Highlights kompakt

Doch bevor die Koffer ausgepackt waren, erging bereits der erste Appell: Aufstieg zur Zwieselalm und auf den Zenokopf. Hochmotiviert machten wir uns auf, nicht ahnend, was da kommt. Es war bereits um  9 Uhr brütend heiß. Und wir gingen ab 9 Uhr nur noch bergauf! Nach anstrengenden 1 1/2 Stunden und den ersten 550 Höhenmetern erreichten wir dann die Zwieselalm. Schon hier hatte man ein traumhaftes Panorama! Aber wir wollten ja auch noch die zweite Halbzeit spielen und begaben uns nach einer kurzen Verschnaufpause auf den Gipfelanstieg. Vor uns lagen weiter 350 Höhenmeter auf steinigen Pfaden, und die Sonne war uns hold. Was dann aber keiner glauben wollte angesichts der Temperaturen: kurz vor dem Gipfelkreuz mussten wir tatsächlich ein Schneefeld überqueren, und jenseits des Trampelpfades ging man dort noch bis zur Wade ein. Als wir dann endlich am Ziel waren, eröffnete sich uns ein unvergesslicher Blick auf die bayrischen und österreichischen Alpen. Wie immer, wenn die TVR Wandergruppe ein Höhenziel erreicht hat, wurde gesungen: „Wenn wir erklimmen, schwindelnde Höhen….“. Zwei weitere Wanderer, die sich dort oben einfanden, waren tief beeindruckt von diesem für sie unerwarteten kulturellen Hochgenuss. Wer schon einmal in den Bergen gewandert ist, weiß, dass der Abstieg bei einer solchen Tour nicht minder grausam ist wie der Aufstieg. Dieses Mal fiel die Pause auf der Alm auch deutlich länger aus, wir brauchten reichlich Flüssigkeit!

Am Abend haben wir uns für die wunderschöne und anstrengende Wanderung mit einem leckeren Essen in traumhafter Kulisse am Thumsee belohnt.

Am Samstag stand dann die große Panoramarunde auf dem Soleleitungsweg in Ramsau an. Es gab auch hier einige Höhenmeter zu bewältigen, die haben sich aber auf etliche Kilometer verteilt, und deshalb konnte man das große Landschaftskino um einen herum auch in vollen Zügen genießen. Taubensee, Mirabellenschnaps am Hintersee, Zauberwald, Ramsau, ein Highlight folgte auf das andere. Und: wir konnten von unten mehrfach die noch verschneite Reiteralm sehen, nach dem Motto: das wäre Ihr Preis gewesen! Eine Minute, bevor dann doch tatsächlich ein Gewitter losging, erreichten wir das Zipflhäusl und konnten dort unseren Kalorienverlust wieder gut ausgleichen.

Für sonntags war ein kompletter Regentag angesagt. Aus diesem Grund wurde anstelle einer Wanderung ein Abstecher nach Salzburg gemacht. Hans hatte auf die schnelle noch eine sehr nette, ortskundige Fremdenführerin engagiert, die uns bei einem ausgiebigen Tagesspaziergang durch Salzburg sehr viel zeigte und erklärte. Und weil wir den Tag mit einem Gottesdienstbesuch im Salzburger Dom begonnen hatten, ließ  der Effekt nicht lange auf sich warten: es war den ganzen Tag trocken, kein Tropfen Regen!

Ein deftiges Abendessen beim Postwirt in Schneizlreuth war der Abschluss eines rundum gelungenen Wanderwochenendes, von dem alle den Eindruck hatten, dass es mindestens eine ganze Woche war.

Irmgard Israel Abt. Wandern – 19.06.2019

 

 

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